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Mit der Hände Arbeit - Brandenburgs Handwerk und Industrie im Film

Das Land Brandenburg besitzt ein reiches Erbe an traditionellem Handwerk und industrieller Fertigungstechniken, deren Standorte einerseits auf hier vorhandenen Rohstoffen und Ressourcen – wie Holz, Kalkstein, Tonerde und Wasser – beruhen und andererseits auf die Lage von wichtigen Abnehmern und Kundenhäufungen – hier vor allem die Stadt Berlin – zurückgehen. Ofenkacheln aus Velten, Tuche aus Forst, Denkmalskulpturen aus Lauchhammer, Glas aus Baruth und nicht zuletzt Filme aus Potsdam-Babelsberg waren und sind Begriffe für wirtschaftlichen Erfolg und Qualitätsarbeit, die heute zumeist in Spezialmuseen an den ehemaligen Produktionsstandorten wach gehalten werden. Die einzige Möglichkeit, die Produktionsprozesse und das soziale Miteinander im Werk nachzuerleben, bieten Filmaufnahmen. Die eingeführten Kurzfilmprogramme finden zwischen Juni und November 2016 an sieben Museen im Land Brandenburg statt, legen einen Schwerpunkt auf das Handwerk der Regionen und werden dem Publikum historisch bedeutsame Standorte und Verfahren nahe bringen.
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Vorführtermine:
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Kunstgussmuseum Lauchhammer, Fr., 23. September 2016
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Filme über Trümpfe aus Bronze und Eisen
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Feinsinniges Handwerk hat in Lauchhammer eine über 200 jährige Tradition, zum Kunstguss kommen nach 1945 weitere Industrien hinzu: die Herstellung von Badewannen und Tagebaugroßgeräten. Filme über das Lauchhammerwerk pendeln so zwischen Alt und Neu, etwa die Live-Berichte der Aktuellen Kamera vom 16.9.1975. Die Qualitätsprodukte sollen auch im Ausland punkten; Exportwerbefilme machen sie bekannt – Gussplastiken in Kunst in Bronze und Eisen sowie Förderanlagen in Neue Trümpfe aus Lauchhammer.
Da in der Kunstgießerei viele repräsentative Großskulpturen entstehen, zeigen Filme über sie Facetten der Erbeaneignung in der DDR, belegen somit die staatstragende Funktion von Kunst im öffentlichen Raum. Medial herausgehoben werden das Buchenwalddenkmal von Fritz Cremer und der monumentale Thälmann-Kopf von Lew Kerbel in Berlin. Dieser bisher größte Auftrag besteht aus 270 Teilen, heißt es in der Aktuellen Kamera vom 29.12.1984.
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Mit: Altes Werk auf neuen Wegen, 1955 – Das Buchenwalddenkmal, 1970 – Kunst in Bronze und Eisen, 1985 – Aktuelle Kamera: Honecker im Thälmann-Park, 16.8.1985 – Länder life: Umweltverschmutzung in Lauchhammer, 24.6.1990
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Fr., 23. September 2016, 18 Uhr
Kunstgussmuseum Lauchhammer, Freifrau-von-Löwendal-Straße 3, 01979 Lauchhammer
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Ofen- und Keramikmuseum Velten, So., 9. Oktober 2016, 15 Uhr
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Industriemuseum Brandenburg, Sa., 5. November 2016, 15 Uhr
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Brandenburgisches Textilmuseum Forst, Sa., 12. November 2016, 16 Uhr

Wiederentdeckt 248: „Das gab’ nur einmal“ (BRD 1958, Regie Géza von Bolváry, mit Hans Albers)

Freitag, 2. Dezember 2012, 18.30 Uhr, Zeughauskino Berlin

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In den späten 1940er- und 1950er-Jahren entstanden in Westdeutschland mehrere Erinnerungsfilme an die darin so verstandene Glanzzeit des deutschen Kinos. Aus Sammlerbeständen wurden Filmausschnitte kompiliert und teilweise mit einer Rahmenhandlung versehen. Die Filme bedienten in erster Linie nostalgische Publikumswünsche. „Schnipsel“ aus nationalsozialistischer Zeit dominierten, wurden jedoch nicht entsprechend gekennzeichnet, sondern in einer unscharfen Sprache der Andeutung vorgestellt. Gekürt wurde die künstlerische Leistung. Eine archivgeschichtliche Bedeutung ist den Produktionen nicht abzusprechen.
Abschlusspunkt dieser Reihe war „Das gab’ nur einmal“. Der Film nutzt das Starimage von Hans Albers, der in der Rahmenhandlung als erfahrener Regisseur auftritt und in einer Privatvorführung seine gesammelten Filmschätze präsentiert. Der um zarte Distanz und feine Ironie bemühte Film beruht auf dem gleichnamigen Erinnerungsbuch des Emigranten und Journalisten Curt Riess von 1956, das die Illustrierte „Stern“ vorab veröffentlicht hatte. Anlässlich des Buches fand eine große Gala zur Berlinale 1956 statt. Auszüge dieser Show sind in „Das gab’ nur einmal“ zu sehen.
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Eine Veranstaltung des CineGraph Babelsberg e.V. in Kooperation mit dem Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums
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Einführung: Rolf Aurich, Ralf Forster

Wie der Film unsterblich wurde. Vorakademische Filmwissenschaft in Deutschland

Ein Buch herausgegeben von Rolf Aurich und Ralf Forster; in der Reihe Audiovisuelles Kulturerbe, Band 1, hg. von Chris Wahl,
München: edition text + kritik 2015
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Filme und filmhistorische Materialien können Teil eines Archivs oder einer Sammlung werden. So erlangen sie Bedeutung für Forschung und Lehre, für einen historischen Diskurs oder für die Erinnerungskultur. Als sich der Film allmählich etablierte, war seine Existenz jedoch rasch vergänglich. Es fehlten all jene Personen und Institutionen, die mittlerweile dazu beitragen, dass Materialien bewahrt und Inhalte reflektiert werden: Filmarchive, Institute und Museen, Ausstellungen, Studiengänge, Autoren und Verlage, filmgeschichtliche Websites ohnehin. Die Grundlagen, um die Gedächtnisfunktion des Films praktisch umzusetzen, mussten mühsam geschaffen werden. Doch wer waren die Akteure auf diesem langen Weg gegen das Vergessen, wann traten sie mit welchen Ideen, Erfolgen und Niederlagen in Deutschland auf?
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Die etwa 40 Beiträge dieser Textsammlung gehen erstmals dieser Frage nach und fächern den besonderen Facettenreichtum jener Annäherungen an die Geschichte des Mediums auf: Netzwerke werden erkennbar, die sich aus der Filmbranche selbst heraus entwickelten. Produzenten, Sammler, technische Pioniere und Journalisten machten gemeinsame Sache, erinnerten und riefen zum Bewahren auf. Guido Seeber auf der KIPHO 1925, Karl Wolffsohn in der Licht-Bild-Bühne. Frühe Filmwissenschaftler wie Heinz Baumert und Walter Hagemann arbeiteten zunächst in etablierten Fächern. Publizisten wie Gunter Groll legten methodische Grundlagen zur Filmerforschung. Die Institutionalisierung von filmhistorischer Aktivität lief in den 1930er-Jahren parallel zur Festigung der nationalsozialistischen Diktatur, etwa im Reichsfilmarchiv und in der Ufa-Lehrschau unter Hans Traub. Die Folgen waren ambivalent und strahlten sowohl auf die Bundesrepublik (Filmarchiv der Persönlichkeiten) als auch auf die DDR (Staatliches Filmarchiv) ab. Sie sind in ihrer Bedeutung für die Filmgeschichtsschreibung nach 1945 bis heute nur in Ansätzen analysiert worden.
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Die Edition ist Ende Mai 2015 erschienen und über den Verlag und den Buchhandel bestellbar.

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