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Die Kinderzeitschrift BUMMI. Zwischen Spielzeugland und sozialistischer Ideologie

Sonderausstellung im Rochow-Museum Reckahn, 16. Juli bis 10. Dezember 2017, kuratiert von Jeanette Toussaint und Ralf Forster

Vor 60 Jahren startete in der DDR die einzige Zeitschrift für Kinder im Vorschulalter. Ihr Titelheld BUMMI sollte die Jüngsten auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit begleiten. Humanistische und sozialistische Erziehung, kindgerechte Geschichten und politische Propaganda verschmolzen miteinander. Bekannte Kinderbuchzeichnerinnen und Illustratoren wie Ingeborg Meyer-Rey, Richard Hambach und Manfred Bofinger gestalteten das Magazin. Produkte warben mit dem gelben Bären, Filme mit ihm kamen heraus; sein Name zierte Kindergärten und Kaufhäuser. Bis heute ist er im Zeitschriftenhandel und im Fernsehen präsent.
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Das Rochow-Museum Reckahn zeigt erstmals eine Ausstellung über diese Zeitschrift und die multimediale Verbreitung von BUMMI. Sie setzt die Exponate in die politischen und künstlerischen Kontexte der Zeit. Präsentiert werden u.a. BUMMI-Ausgaben von 1957 bis 2017, Originalillustrationen ausgewählter Grafiker/innen, multimediale Beigaben wie Schallfolien oder Bastelbögen, Konsumartikel wie Schuhe, Zahnpflegeset oder BUMMI als Plüsch-Teddy, Film- und Tondokumente über die Zeitschrift und ihre „Macher“ sowie DEFA-Kurzfilme mit BUMMI als Hauptdarsteller.
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Zur Ausstellung ist ein farbig illustriertes Begleitbuch zum Preis von 15 EUR erschienen. Der Band kann im Rochow-Museum Reckahn bestellt werden.
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Begleitprogramm im Museum
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Sonntag, 28. Oktober
15.00 Uhr: Kuratorenführung
16.00 Uhr: Buchvorstellung "Die Kinderzeitschrift BUMMI. Vom Spielzeugland in die ostdeutsche Wirklichkeit"
16.30 Uhr: Kurzfilmprogramm: Der bewegte Bummi II – bei Pittiplatsch und Schnatterinchen, als Verkehrspolizist und andere Geschichten
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Öffnungszeiten
Di-Fr 9-16 Uhr, Sa und So 10-17 Uhr
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Buchvorstellung im Cafe Sybille, Berlin, Karl-Marx-Allee 72
Mittwoch, 8. November, 18.30 Uhr

Wie der Film unsterblich wurde. Vorakademische Filmwissenschaft in Deutschland

Ein Buch herausgegeben von Rolf Aurich und Ralf Forster; in der Reihe Audiovisuelles Kulturerbe, Band 1, hg. von Chris Wahl,
München: edition text + kritik 2015
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Filme und filmhistorische Materialien können Teil eines Archivs oder einer Sammlung werden. So erlangen sie Bedeutung für Forschung und Lehre, für einen historischen Diskurs oder für die Erinnerungskultur. Als sich der Film allmählich etablierte, war seine Existenz jedoch rasch vergänglich. Es fehlten all jene Personen und Institutionen, die mittlerweile dazu beitragen, dass Materialien bewahrt und Inhalte reflektiert werden: Filmarchive, Institute und Museen, Ausstellungen, Studiengänge, Autoren und Verlage, filmgeschichtliche Websites ohnehin. Die Grundlagen, um die Gedächtnisfunktion des Films praktisch umzusetzen, mussten mühsam geschaffen werden. Doch wer waren die Akteure auf diesem langen Weg gegen das Vergessen, wann traten sie mit welchen Ideen, Erfolgen und Niederlagen in Deutschland auf?
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Die etwa 40 Beiträge dieser Textsammlung gehen erstmals dieser Frage nach und fächern den besonderen Facettenreichtum jener Annäherungen an die Geschichte des Mediums auf: Netzwerke werden erkennbar, die sich aus der Filmbranche selbst heraus entwickelten. Produzenten, Sammler, technische Pioniere und Journalisten machten gemeinsame Sache, erinnerten und riefen zum Bewahren auf. Guido Seeber auf der KIPHO 1925, Karl Wolffsohn in der Licht-Bild-Bühne. Frühe Filmwissenschaftler wie Heinz Baumert und Walter Hagemann arbeiteten zunächst in etablierten Fächern. Publizisten wie Gunter Groll legten methodische Grundlagen zur Filmerforschung. Die Institutionalisierung von filmhistorischer Aktivität lief in den 1930er-Jahren parallel zur Festigung der nationalsozialistischen Diktatur, etwa im Reichsfilmarchiv und in der Ufa-Lehrschau unter Hans Traub. Die Folgen waren ambivalent und strahlten sowohl auf die Bundesrepublik (Filmarchiv der Persönlichkeiten) als auch auf die DDR (Staatliches Filmarchiv) ab. Sie sind in ihrer Bedeutung für die Filmgeschichtsschreibung nach 1945 bis heute nur in Ansätzen analysiert worden.
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Die Edition ist Ende Mai 2015 erschienen und über den Verlag und den Buchhandel bestellbar.

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