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Reisen Werben Filmen
Im Reisefilm scheinen zwei zentrale Kulturmerkmale des vorigen Jahrhunderts verankert zu sein: das Vermögen einer breiteren Schicht, die Welt touristisch zu erkunden und die Möglichkeit, Ausschnitte dieser erweiterten Wirklichkeit kinematographisch und somit jederzeit wiederholbar zu fixieren. Als spezielle Unterkategorie des Reisefilms folgen Reisewerbefilme dem Interesse des Auftraggebers, den Tourismus anzukurbeln. Dazu müssen sie die Urlaubsziele ins beste Licht setzen und die politischen Zeichen der Zeit absorbieren. Ein „Ersatz“ für die Ferienfahrt sollen diese Filme aber nicht sein. Begleitend zur Ausstellung RUND UM DIE WELT. TOURISMUSPLAKATE AUS DER SAMMLUNG DES DEUTSCHEN HISTORISCHEN MUSEUMS präsentiert das Zeughauskino zwei Programme mit historischen Reisewerbefilmen. Einführungen und Programmauswahl Ralf Forster.
Werben für das Reisen: Ankommen und Erholen
Donnerstag, 27. Juni 2013, 20.00 Uhr, Berlin, Zeughauskino im Deutschen Historischen Museum
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Der Reisewerbefilm existiert seit den Zwanziger Jahren und ist Teil einer Wachstumsbranche. Neue Angebote entstehen für immer mehr Touristen, Heil- und Quellbäder sprießen aus dem Boden, Agenturen und Reisebüros haben Konjunktur, aus Reedereien werden Reiseveranstalter. Die Filme für das Reisen sind dem dokumentarischen Genre entlehnt, trotz spürbarer Inszenierung und manchen Schauspielerauftritts: zeigen, erklären, oder einfach durchs Komfort-Hotel wandeln. Seltener finden sich experimentelle Ansätze wie in "Quellen-Wunder". Auch politische Zäsuren zeichnen sich ab. In der NS-Zeit wird auf das "Schiff ohne Klassen" gesetzt, in der Bundesrepublik erholt man sich individuell und "Schöne Urlaubstage" verlebt der DDR-Arbeiter im neuen FDGB-Heim.
Mit u.a.: "Meyers Urlaub" (1931), "Quellen-Wunder" (1935), "Schiff ohne Klassen" (1938), "Schöne Urlaubstage" (1950/51), "Ferienland Waldeck" (1965-70).
Werben für das Reisen: Hauptsache unterwegs
Freitag, 28. Juni 2013, 20.00 Uhr, Berlin, Zeughauskino im Deutschen Historischen Museum
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Reisewerbefilme versprechen eine heile oft luxuriöse Welt, eine Welt, die immer näher zusammenrückt. Freiwilliger Ortswechsel zur Erholung ist ohne komfortable Verkehrsmittel undenkbar, deshalb nehmen Schiff, Bahn, Auto, Bus und Flugzeug in den Filmen einen wichtigen Platz ein. Sie bringen gar neue Formen des Tourismus – und des Tourismuswerbefilms – hervor. Man möchte eigentlich nur noch unterwegs sein: im schlingerfreien Hapag-Schiff oder im gläsernen Zug durch die Alpen. Auch die Rundreise als moderne Urlaubsform hat ihre politische Dimensionen, der Werbefilm setzt sie in Szene. 1940 führt die Ferienfahrt im Volkswagen ins für deutsch erklärte Karlsbad, 1958 bildet sich die Brücke nach Amerika auch im Lufthansa-Flug nach New York ab. Und in "Drei Perlen" (1966) öffnet sich die DDR für westliche Touristen und zeigt sich von der Sonnenseite.
Mit u.a. "Durch die Vogesen. Von Münster im Elsass über die Schlucht Hoheneck nach Géradmer" (1911), "Das Seegespenst"
(1925), "Der gläserne Zug" (1937), "Karlsbader Reise" (1940), "Willkommen an Bord" (1958).

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