Schmalfilme mit Geschichten

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Aktuelle Veranstaltungen

Sachsens Glanz und Preußens Gloria

DDR 1982-87, Regie Hans-Joachim Kasprzik, mit Ezard und Leander Haußmann, Rolf Hoppe, Irma Münch, Anne Kasprik, insges. 540‘

Eine Veranstaltung des Filmmuseums Potsdam mit Kulturland Brandenburg
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Samstag, 6. Dezember 2014, 13 Uhr: Teile 1 bis 3 / Samstag, 13. Dezember 2014, 13 Uhr: Teile 4 bis 6, Filmmuseum Potsdam
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Ende der 1970er Jahre kam es in der DDR zu einer differenzierteren Bewertung der Preußischen und Sächsischen Geschichte, die zum Teil des offiziellen Erbes wurde. Auch im Film schlug sich diese Veränderung deutlich nieder. In der vom DEFA-Studio für das Fernsehen der DDR hergestellten sechsteiligen Serie „Sachsens Glanz und Preußens Gloria“ übertrafen der Ausstattungsaufwand und die Zahl der Darsteller alle vorherigen DEFA-Produktionen. Auf der Grundlage der sogenannten Sachsentrilogie des polnischen Schriftstellers Josef Ignacy Kraszewski verknüpft die Serie historische Fakten mit literarischer Fiktion: Heinrich Graf von Brühl ist ein kluger und skrupelloser Diplomat am Hof August III. von Sachsen. Durch seine geschickte und intrigante Politik kann er seinen schwachen Fürsten aus den Staatsgeschäften drängen und dessen Kompetenzen auf Repräsentation beschränken. Die sächsische und damit auch die Brühl'sche Politik führt schließlich zum Siebenjährigen Krieg, an dessen Ende Friedrich II. siegt.
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Mit Buchpräsentation des Kulturland-Begleitbandes (Jeanette Toussaint) und filmhistorischer Einführung (Ralf Forster).

Mitten hinein ins Jugendleben. Die Amateurfilme von Bernd Maywald (1955-1967)

Eine Veranstaltung von CineGraph Babelsberg, konzipiert und eingeführt von Ralf Forster
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Montag, 12. Januar 2015, 19 Uhr, Kino Arsenal II, Berlin
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Im breiten Schaffen des DDR-Amateurfilms heben sich die Filme von Bernd Maywald qualitativ heraus. Seine zwischen 1955 und 1967 entstandenen Arbeiten sind rhythmisch geschnitten, haben Witz und Ironie, verwenden moderne Musik, setzen durch den professionellen Kommentar Akzente und verweisen auf das Medium selbst. Es sind Filme eines jungen, unangepassten Mannes, der – bei seinem Erstling ist er gerade mal 19 Jahre alt – sowohl die Welt bereisen und entdecken will (und dies auch tut) als auch die eigene Umwelt kritisch reflektiert, vor allem seine Heimatstadt Berlin. Maywald ist „Einzelamateur“, dreht ausschließlich auf 8mm und gewinnt dennoch auf DDR-Amateurfilmwettbewerben regelmäßig Preise.
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Ab 1959 als Tonassistent beim Deutschen Fernsehfunk tätig tüftelt er 1964 sein eigenes technisches System aus, um ein leidiges Problem des DDR-Amateurfilms zu beheben: die fehlende Synchronität von Bild und Ton. Sein „Kameramonstrum“ und gute Kontakte in die Musikszene versetzen den umtriebigen Maywald 1965 in die Lage, die wohl einzigen Filmaufnahmen des damals Kultstatus genießenden Diana Show Quartetts (unter Achim Mentzel) zu drehen. Dabei führt er eine dem Musikclip verwandte Ästhetik in den DDR-Film ein. Nach „Berlin Spezial“ konnte „Zwei Versuche“ nur nach Interventionen von Maywald aufgeführt werden.
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Auch die anderen frühen Amateurfilme des späteren Fernsehregisseurs, Windmühlenrestaurators und Buchautors blicken mitten hinein in die Jugendkultur der 1960er Jahre; wenn Maywald etwa in „Ehrenrettung für einen klapprigen Zentner“ (1963) sein eigenes Moped – Typ SR 1 – liebevoll porträtiert oder in „Autostop“ (1961) eine Tramp-, Bus- und Schiffstour an der jugoslawischen Adriaküste nachzeichnet.
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Zum Filmprogramm steht Bernd Maywald für ein Gespräch zur Verfügung; seine Technik wird in Auswahl präsentiert.
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Bernd Maywald, geb. 22.8.1936, Amateurfilmer (1955-1967), Zusammenarbeit mit dem Schmalfilmclub Berlin, Tonassistent und Mischtonmeister beim Deutschen Fernsehfunk (DFF, seit 1959), Regisseur und Autor beim DFF/Fernsehen der DDR (1967-1983), Restaurator historischer Windmühlen, Buchautor

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